Neben den ganzen Reiseberichten könnt ich euch ja mal wieder ein paar Shootingbilder zeigen ;) 
Diese Serie ist auch schon wieder fast ein halbes Jahr her. Himmel, wie die Zeit vergeht... Verrückt.
(Schon April, das halbe Jahr ist dann auch schon bald wieder rum :D ) 

Naja, jedenfalls sind hier ein paar Bilder, die mit der lieben Franzi bei mir im Homestudio entstanden sind. Ausgangspunkt war diese Krone, die wir in Szene setzen wollten. 



Wie man aber sehen kann wurden wir mit wachsender Zeit immer experimentierfreudiger, wechselten Lippenfarbe und spritzten irgendwann wild mit Wasser um uns :-D

Aber der Look der dabei entstand war voll unser Ding. Verrucht, sexy und gleichzeitig düster. (Ja, ihr wisst, ich steh auf düster :D )

Das Headpiece und die Kette sind übrigens aus Reifen gemacht, was man erst bei genauerem betrachten gesehen hat. Total geniale Idee.

Hier also mal die fertigen Ergebnisse :-)







Headpiece: Black Feather Craft


Reisebericht Thailand Teil 4 - Bangkok und Anreise nach Phuket

Den zweiten Tag in Bangkok starteten wir mit unserer ersten Metrofahrt der Reise. (Nach den Ereignissen des Vortags waren wir nicht sonderlich scharf darauf weiterhin von Tuk Tuks verarscht zu werden und mit Taxifahrern zu diskutieren)
Unser Ziel war der schwimmende Markt. Da es mehrere in Bangkok gibt entschieden wir uns für einen, der als weniger touristisch gilt und nicht so weit außerhalb lag, dem Taling Chan Floating Market.
Ich war richtig glücklich, dass wir diese Reise gemacht hatten. Etwas außerhalb des Großstadtgetümmels kam es einen fast vor - von den paar Touristen mal abgesehen - als seien wir nun im wahren Thailand angekommen. Es war faszinierend zu sehen wie die Frauen von ihren Bötchen die aufwändigsten Gerichte zauberten (die ich wahrscheinlich nicht mal in meiner Küche am Herd hinbekommen würde)
Außerdem beschlossen wir eine kleine Bootsfahrt zu machen, die uns einen kleinen Einblick hinter die Kulissen der - leider doch sehr armen - Bevölkerung blicken ließ.








Im Anschluss fuhren wir zurück in die Stadt, auf dem Chao Phraya (Fluß) bis zum Wat Arun, der wirklich beeindruckend schön war. Danach statteten wir auch dem liegenden Buddha auf der anderen Seite des Flusses einen Besuch ab und ließen den Abend mit einer Thaimassage ausklingen. Diese erwies sich als zugleich entspannend als auch mega Verbiegungsaufwändig :D
Ich glaube so viele Muskel habe ich noch nie gespürt.



Am nächsten Tag sollte es Richtung Phuket gehen. Da wir aber entdeckten, dass ein Bungalow in Krabi, welches uns Claudi ans Herz gelegen hatte, spontan für die nächsten drei Tage freigeworden war, switchten wir nochmal mit unserer Planung um, buchten das 'Hotel' und beschlossen erst nach Krabi zu gehen.
Also ging es am nächsten Tag, früh morgens, zum Duang Naeng, wo wir fast schon übermotiviert der stinkenden Stadt entfliehen wollten.
Ich sag euch, dass war der schnellste und unproblematischste Flug in meinem Leben :-D
Wir flogen 10 Minuten früher los als angegeben und kamen sogar 20 früher an.
Angekommen schlug er einem dann direkt entgegen: Der Geruch von Meer.
Und noch wichtiger: Kein Gestank.
3 Stunden nach Landung und heftigen Durchschütteln (was für eine Busfahrt!!!) erreichten wir unsere Behausung für die nächsten Tage.



Ein echter Traum.
Statt eines Hotels erwartete uns ein Dschungel, der - verziert mit einigen Bungalows - direkt zum Strand führte. Unsere Bleibe für die kommende Woche erwies sich als absoluter Glücksgriff. Nach all dem Heckmeck der letzten Tage konnte man sich gar nicht vorstellen, wie gut diese Stille tat. Wusstet ihr wie Palmen im Wind klingen?
Als würde ein Schwarm Vögel einen in den Schlaf singen. Was sie auch taten. So holten wir erstmal den verpassten Schlaf der letzten Nacht auf und genossen die Stille.
Ich glaube im Urlaub hatte ich mich noch nie so angekommen gefühlt wie dort.

 

Ich kann daher "Dawn of Happiness" nur jedem empfehlen. Die Bungalows liegen etwas abseits von Krabi und sind recht 'einfach'. Das echte Thailand eben, wie Claudi sagte. Aber es war ordentlich und sauber. Klar, es ist eben ein Bungalow. Aber ich würde jederzeit wieder hingehen. Es war ein unbeschreibliches Erlebnis dort am Strand, im Dschungel. Also rechtzeitig buchen, um auch noch ein Bungalow zu bekommen. Es war wunderschön dort!







Reisebericht Thailand Teil 3 - Bangkok und die Betrügermasche

An der Ecke des Big Palace werden wir von einem freundlichen Thailänder angesprochen, der uns erzählt, dass in den Palace derzeit nur Thailänder kommen - der König sei ja gestorben und die Thais würden nun trauern - Touristen seien dabei unerwünscht.
Natürlich sind wir skeptisch, haben wir doch schon oft gehört, dass man auf "ist geschlossen" nicht eingehen soll. Aber woher sollen wir wissen, was Brauch ist, wenn der König gestorben ist? Außerdem ist der Thailänder super freundlich und hilfsbereit. Zwar vorsichtig, aber gleichzeitig sehr naiv lassen wir uns weiter bequatschen. Er empfiehlt uns mehrere Stationen, die wir uns unbedingt anschauen sollen. Malt uns alles auf, schwärmt von diesem Ort und jenem.
"Der Big Buddha ist schön. Den solltet ihr euch aufjedenfall anschauen. Den Wat Saket ist toll. Da könnt ihr hoch und über ganz Bangkok schauen. Habt ihr gestern Fernsehen geguckt? Da ist derzeit ein ganz toller Stoffmarkt, da könntet ihr vorbei. Dann gibt es noch den Wat In. Seeehr schöner Buddha. Der Wat Pho ist mit das schönste was Bangkok zu bieten hat. Da kommt ihr auch vorbei, wenn ihr Richtung Hauptbahnhof müsst." Während er uns vorschwärmt malt er uns die verschiedensten Orte auf einen Fresszettel und erzählt zu jedem Ort seine Besonderheit.
"Ihr könnt das mit einem Tuk Tuk befahren. Der kann immer auf euch warten und euch von Ort zu Ort fahren. Aber bezahlt nicht mehr als 100 Baht (umgerechnet etwa 3,20€) - alles andere ist über den Tisch ziehen!"
Wir bedanken uns herzlich und ziehen von dannen. Wir sind ganz beeindruckt wie freundlich wir direkt begrüßt worden sind.
Dann ruft er uns nochmal zurück. "Halt, Moment!"
Er hält schnell einen Tuk Tuk Fahrer an, der vorbeifährt.
Er redet teils Englisch - teils Thailändisch. "Das sind meine Freunde. Du wartest auf sie.100 Baht, klar?" ist so das was wir raushören. Raushören sollen.


Und wir steigen in das Tuk Tuk. Sind froh ein solches Schnäppchen gemacht zu haben. Erkunden Bangkok. Sind begeistert.
Genießen die schöne Aussicht. Diese neue Welt.



Am Wat Saket fragt uns der Tuk Tuk Fahrer dann, ob es okay sei, wenn er kurz auf Toilette geht. Natürlich ist es das und wir warten. Wir machen Fotos vom Tuk Tuk, freuen uns immernoch über das Schnäppchen. Aufeinmal kommt ein Thailänder vor dessen Auto wir stehen. Er deutet auf sein Auto, dann auf das Tuk Tuk. Wir entschuldigen uns, er winkt aber ab "Sei schon okay".
Ein paar Minuten später fragt er uns schließlich woher wir kommen. "Deutschland?" Fragt er überrascht auf Deutsch und beginnt in - übrigens sehr gutem Deutsch - mit uns zu reden. Er habe 4 Jahre in Hannover gewohnt, als Steuerberater. Jetzt wohnt er in New York. Er besucht gerade seinen Bruder hier.
Wir reden eine Weile bis er uns fragt, was wir so vorhaben und wir berichten. Beim Thema Stoffmarkt ist er stutzig und beginnt zu grinsen. "Wer hat euch denn davon erzählt?" Wir erzählen von dem freundlichen Thailänder, der uns den Tipp gegeben hat. Er grinst immernoch. Und ich bekomme schon Angst, dass er uns sagt, wir seien auf eine Masche reingefallen. Aber im Gegenteil. Er fragt "Habt ihr denn gestern Fernsehen geguckt?"
-"Nein?!"
"Der Stoffmarkt ist eigentlich gar nicht für Touristen zugänglich. Man versuche mehr Fuß in den Tourismus zu bekommen, deswegen habe man ab und an Aktionen, um welche reinzulocken. So auch heute mit einem unglaublichen Angebot. Jede Menge Rabatte und 30 % Rabatt lebenslänglich, wenn man heute einen maßgeschneiderten Anzug dort machen lässt. Und die Qualität dort ist einfach mega gut. Er selbst habe heut auch dort vorbeigeschaut und das Angebot genutzt."
Er erzählt und erzählt. Und wir Deppen verlieren mit jedem Wort unsere Zweifel.
Wir hatten eigentlich nicht vor auf dem Markt vorbeizuschauen, aber da wir ohnehin darüber nachgedacht hatten einen Anzug für Iwan schneidern zu lassen finden wir die Idee gar nicht mal so übel.






Einen kurzen Moment später kommt unser Tuk Tuk Fahrer zurück. Dass dieser ziemlich lange pinkeln war scheint uns nicht zu verwundern.
Und gemeinsam mit ihm fahren wir weiter.
So landen wir natürlich auch an besagtem Stoffmarkt. Der sich als Laden rausstellt und nicht als Markt. "Na gut" sagt Iwan. "Gehen wir 5 Minuten rein und fahren weiter!"
Arschlecken. Natürlich lassen wir uns einen Anzug schneidern.
DANN fahren wir weiter.

Wir genießen Bangkok. Das Essen der Straßenstände. Die günstige Stadtführung.
Am Ende versucht uns der Tuk Tuk Fahrer nochmal in ein Informationszentrum zu bringen. Aber, ha, wir haben uns informiert. Verarschen lassen wir uns nicht. Auch dann nicht, als er meint, er würde einen Benzingutschein für jeden Besucher bekommen, den er vorbeibringt. Wir müssten ja nur kurz reinschauen und wieder gehen. Aber wir verneinen, geben ihm dafür aber mehr Trinkgeld, was ihn auch zufrieden stimmt. Und somit sind wir zufrieden.



Abends rattert es aufeinmal in meinem Kopf. Irgendwie habe ich plötzlich ein komisches Bauchgefühl. Das habe ich manchmal und auch wenn ich nicht weiß warum, dann kann ich mich immer darauf verlassen. Ich beginne den Laden zu googlen. Und mit jedem Wort, welches ich lese wird mir schlechter. Werde ich blasser.
Ab dem Big Palace steht die Geschichte 1 zu 1 genau so mehrfach im Internet. Die des netten Thailänders. Des Tuk Tuk Fahrers. Des zugeparkten deutschsprechendem Thailänders. Eine Geschichte in dem ein Stoffmarkt/laden erwähnt wird. Sogar das Touristen-Informationszentrum.
Nicht nur einmal lese ich die Geschichte. Sondern zwei-, drei-, viermal.
Ich bin kurz vorm heulen. Blicke nun auch in Iwans versteinertes Gesicht.
Wir lesen auch, dass die Schneider das Hotel erfragen und den Anzug oft unfertig liefern. Ein klein bisschen Erleichterung - denn aufgrund unserer ungeplanten Reise konnten wir kein Hotel angeben.
Dennoch haben wir Bauchschmerzen vor dem Anzug der uns erwarten soll. Aber mehr als abwarten können wir nicht und versuchen die Geschichte so gut wie möglich während der restlichen Thailandreise zu verdrängen. Aber wir müssen feststellen, dass wir ab sofort um einiges misstrauischer sind.
Vielleicht war es gut, dass uns das direkt am ersten Tag passiert ist - vielleicht aber auch mehr als traurig. Die ständige Skepsis wird auf Dauer anstrengend, besonders in Bangkok.

Den Abend schlossen wir übrigens auf dem Nachtmarkt (Ratchada Train Market) ab. Ein wundervolles Erlebnis mit vielen Eindrücken, den ich jedem nur empfehlen kann. So eine Vielfalt an Snacks, Gerichten und Krimskrams. Ein Schlaraffenland, aus dessen Staunen wir gar nicht mehr rauskamen.
Zum Dessert gab's dann natürlich auch frittierte Insekten ;-)











Die anderen beiden Beiträge? Teil 1 und Teil 2