Filmkritik

{Kinofilm Kritik} Frankenweenie (Regie: Tim Burton)

20:07

Frankenweenie (Regie: Tim Burton)

Mit Frankenweenie kehrt Burton nun zurück zu seinen Wurzeln und gibt gleichzeitig eine persönliche Seite von sich preis.

Die Story

Victor (Nachname Frankenstein) ist ein Außenseiter und Hund Sparky sein bester Freund, mit dem er jede freie Minute verbringt. Doch dann kommt es – bei dem Versuch seines Vaters Victor mehr unter Leute zu bringen – zu einem tragischen Unfall und Sparky stirbt.
Victor verkraftet dies kaum und zieht sich daraufhin nur noch mehr zurück. Ein Glück jedoch für ihn, dass er sich für Wissenschaften interessiert, und so aufgrund eines Versuchs im Physikunterricht beschließt seinen Hund mit Hilfe von Elektrizität wieder ins Leben zurück zu holen.
Und wie auch schon in dem Klassiker "Frankenstein" gelingt es. Doch die Freude ist nur von kurzer Dauer, denn auch die anderen Kinder der Klasse bekommen Wind von Victors Experiment und möchten – aus der Angst heraus er könnte somit den Wissenschaftspreis gewinnen – ebenfalls wieder Lebewesen zum Leben erwecken. Doch weitaus größere!

Die Analyse

Seit ich als Kind das erste Mal "Edward mit den Scherenhänden" gesehen habe, bin ich ein Fan von Tim Burton und seither ist er mein großes Vorbild. Ich liebe seinen Erzählstil und seinen Humor, seine skurrile und verrückte Art und wurde seit ~ 1993 daher – bis auf wenige Ausnahmen – selten enttäuscht.
Nachdem man bei seinen letzten Filmen das Gefühl hatte, Disney schränkt ihn bei seiner Herangehensweise stark ein und möchte ihn in ein gewisses Muster pressen, ist sein neuer Film kein "Alice im Wunderland" oder "Dark Shadows".
"Frankenweenie" ist endlich wieder: BACK TO THE ROOTS! 

Tim erfüllt sich einen Herzenswunsch und erweckt seinen Kurzfilm aus dem Jahre 1984 wieder zum Leben.
Obwohl der Originalfilm mit echten Schauspielern besetzt wurde und es sich bei dem neuen Film um eine Animation handelt ist faszinierend wie viel doch gleich geblieben ist und wie viele Ideen er übernommen hat. Sogar die Charaktere und der Hund Sparky ähneln dem Original stark und  auch manche Kamerafahrten wurden übernommen.
Doch ein großer Unterschied ist deutlich zu sehen und zu spüren: Es steckt nun noch sehr viel mehr Liebe zum Detail drin – und man kommt nicht drum rum zu erkennen, wie sehr Tim Burton an diesem Film selbst hängt und zu sehen, dass es eigentlich seine ganz persönliche Geschichte ist.
(Das Original kann man sich übrigens im Internet anschauen. Da ich mir allerdings nicht sicher bin wie legal dieser bei dailymotion zu sehen ist möchte ich aber lieber keinen Link reinstellen. Der Schauspieler von Victor dürfte einigen übrigens aus „Die unendliche Geschichte“ bekannt vorkommen)

In seiner neuen Version lässt Tim sich mehr  Zeit. Sowohl um die Charaktere vorzustellen, als auch die Beziehung zwischen Hund und Victor, was den Tod Sparkys nur umso dramatischer und emotionaler macht.
Selten schien er mehr Zeit in seine Charaktere zu investieren und es bleibt nicht zu übersehen, dass seine Hauptfigur eigentlich Tim selbst verkörpert. Die merkwürdige Außenseiterfigur, die anders tickt als die anderen und bis auf seinen Hund Sparky keine richtigen Freunde hat.

Schon in der ersten Szene, in der Victor seinen Eltern seinen selbstgemachten Film präsentiert wird klar: Das ist nicht Victor, der da freudestrahlend sitzt und Lob einheimst. Das ist Tim Burton. Burton selbst gibt auch zu, dass ihm die Geschichte deswegen unter anderem am Herzen liegt, weil auch er furchtbar darunter litt, als sein Hund starb und es somit biographische Züge hat. Und ja: diese Emotion und `Realität` ist dem Film deutlich anzumerken. 

„Frankenweenies“ altbekannte Machart kennt man schon aus Tim Burtons „Nightmare before Christimas“: Stop Motion. Kaum zu glauben, dass jede einzelne Bewegung jeder Figur Schritt für Schritt bewegt wurde. Mit viel Liebe ins Detail wurde nicht nur jede Figur designed, erstellt und bewegt, sondern auch jeder Raum, jede Location,  jeder Gegenstand, jede einzelne Requisite. Und der riesige Aufwand lohnt sich: „Frankenweenie“ kommt keinesfalls billig animiert daher.
Die Figuren sind übrigens gewohnt skurril designed – jeder der Tim Burtons Filme kennt und mag wird auch diesen Stil lieben. Und auch die Locations sind seiner Kindheitsumgebung nachempfunden.

"Frankenweenies" altbekannte Machart kennt man schon aus Tim Burtons "Nightmare before Christimas": Stop Motion. Kaum zu glauben, dass jede einzelne Bewegung jeder Figur Schritt für Schritt bewegt wurde. Mit viel Liebe ins Detail wurde nicht nur jede Figur designed, erstellt und bewegt, sondern auch jeder Raum, jede Location, jeder Gegenstand, jede einzelne Requisite. Und der riesige Aufwand lohnt sich: "Frankenweenie" kommt keinesfalls billig animiert daher.
Die Figuren sind übrigens gewohnt skurril designed – jeder der Tim Burtons Filme kennt und mag wird auch diesen Stil lieben. Und auch die Locations sind seiner Kindheitsumgebung nachempfunden.

Die neue Version von „Frankenweenie“ ist um einiges kindlicher als das Original. Klar, es sollte ja auch ein Familienfilm werden. Und auch ein neuer Handlungsstrang kam hinzu.
Dieser wird allerdings erst sehr spät im Film eingeführt und endet – meiner Meinung nach – auch genauso abprupt. Man merkt auf welche Handlung Tims Augenmerk lag: Kleingeist und festgefahrene Verhaltensformen treffen auf Quergeist und kreativen Einzellkämpfer!
Anders als zu erwarten greift Burton zwar wieder zu seinen altbekannten Schauspielern für die Synchronstimme – Johnny Depp und Helena Bonham Carter lässt er diesmal allerdings raus.
Diesmal sind es unter anderem Winona Ryder und Christopher Lee, die dem Film ihre Stimmen schenken.
Und wer für die Musik sorgt muss eigentlich gar nicht erwähnt werden, da er bisher jeden Film von Tim musikalisch unterlegte: Danny Elfmann beweist wieder, dass diese Stammbesetzung nicht grundlos ist und es neben Hans Zimmer noch andere namenswerte, große Talente gibt.

Warum kommt die neue Version erst jetzt, wo Tim doch so viel an diesem Film lag?
Disney wollte diesen Film lange nicht finanzieren, da sie die Story zu düster  für einen Familienfilm empfand und dann auch noch in schwarz weiß gedreht werden sollte.
Seinem Erfolg ist es zu verdanken, dass Tim sich endlich wieder ausleben darf und mit seiner gewohnten düsteren und skurrilen Art überzeugt und jeden Fan erfreuen wird.
Umso schöner ist es zu sehen, dass sein altes Meisterwerk nun so hochgelobt wird und er damit einen solchen Erfolg hat. Ich würde ihm mehr als allen anderen gönnen, dass es diesmal nicht nur bei einer Nominierung bleibt!

Fazit

Ein Film, der mein Burton Herz höher schlagen ließ! Die Nebenhandlung ist zwar nicht ganz so schön und liebevoll wie der Hauptstrang und man sollte nicht vergessen, dass es sich um einen Kinderfilm handelt, doch endlich ist Tim Burton wieder mit einem Film zurück mit dem – zumindest ich – auf ihn aufmerksam wurde:
Ein emotionales, verrücktes, liebevolles Meisterwerk für die Fans von "Nightmare before Christmas" und "Edward mit den Scherenhänden", aber auch diejenigen, die wissen welch starke Beziehung man zu einem Hund aufbauen kann. Und nicht zu vergessen für die Fans von Klassikern a la Godzilla und Frankenstein.
Leider lief der Film bereits eine Woche nach Start schon kaum noch in den Kinos, daher heißt es hier: Schnell sein lohnt sich!

Note: 1-2

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