Filmkritik

{Kinofilm Kritik} Der große Gatsby (Regie: Baz Luhrmann)

20:10

Der große Gatsby (Regie: Baz Luhrmann)

Da ich mit meinem Freund eine Fernbeziehung führe und wir uns, wenn wir uns sehen, immer nur wenige Stunden haben, sind diese wenigen Stunden doch immer sehr vollgestopft.
So kam es, dass wir morgens ins Kino gehen mussten, weil wir den Film beide unbedingt (zusammen) sehen wollten und es anders nicht in den Terminplan pressen konnten.
So, also nach einer langen Nacht ging es ziemlich müde Sonntag früh ins Kino. Und plötzlich war ich hellwach:
Eine volle Wucht an wunderschönen, explosionsartigen Bildern. Schnelle Schnitte. Grelle Farben. Laute Musik. Und natürlich wunderbare Schauspieler.
Aber der Reihe nach.


Die Story

Nach dem Romanklassiker von F. Scott Fitzegerald, kommt Nick Carraway (Tobey Maguire) im Jahr 1922 nach New York, um an der Börse zu arbeiten und den amerikanischen Traum zu leben.
So geschieht es, dass Carraway in ein kleines Häuschen im West Egg zieht und einen unbekannten, mysteriösen Millionär namens Gatsby (Leonardo DiCaprio) zum Nachbarn hat.
Dieser schmeißt immer wieder atemberaubende und riesige Partys, ist bei seinen Gästen aber unbekannt und niemand weiß so genau ob es ihn überhaupt gibt.
Nach kurzer Zeit kommt aufgrund einer persönlichen Einladung aber auch Carraway mit dem mysteriösen Fremden in Kontakt und baut nach und nach eine – wenn auch zunächst doch eher oberflächliche- Freundschaft zu diesem auf.
Offensichtlich kennt dieser Mann, über den es mehr Geschichten als Fakten gibt, Carraways Cousine Daisy (Carey Mulligan) von früher, die mit ihrem untreuen und rassistischen Ehemann Tom Buchanan (Joel Edgerton) genau gegenüber im East Egg wohnt.
Wer genau ist dieser Mr Gatsby überhaupt? Und was hat es mit der Beziehung zwischen ihm und Daisy auf sich? Das alles erfährt Carraway und der Zuschauer Schritt für Schritt im Laufe des Filmes.

Meine Analyse

Zunächst muss ich anmerken, dass ich den Film nur in 2D gesehen habe. Oft finde ich die 3D Versionen reine Abzocke und dachte, dass ich mir das sicherlich sparen kann, da der Film ursprünglich nicht auf 3D ausgelegt war. Im Nachhinein habe ich mich dann doch ein bisschen über meine Entscheidung geärgert, weil es gerade die grandiose Bildgewalt ist, die den Film so unbeschreiblich schön macht.
Überall Glitzert es, da kommt wieder eine elegante Frau in Zeitlupe hereinmarschiert, hier fließt der Alkohol, dort fliegt Konfetti. Die Fahrten durch die Räume, auf die Menschen, schnelle Schnitte. Wirklich unbeschreiblich schöne Bilder.
Und sofort kam mir dieser Stil bekannt vor: Moulin Rouge.
Die Art, wie die Dinge dargestellt werden, der Erzählstil - Exakt der selbe, wie ihn Baz Luhrmann bereits in Moulin Rouge einsetzte und das obwohl 12 Jahre dazwischen liegen. Die Technik ist natürlich besser geworden, die Kamerafahrten und die Schnitte jedoch sind die gleichen geblieben.
Da dieser Regisseur sich bereits auch Romeo und Julia gewidmet hatte konnte ich auch erahnen, um was es in seinem neuen Werk gehen würde ohne das Buch vorher gelesen zu haben: Eine Person, liebt eine andere Person und diese Liebe scheint unerfüllbar.

Wie bereits erwähnt, das Buch habe ich leider nie gelesen, doch die Story hat durchaus potential und wunderbare Wendungen, die im Film meiner Meinung nach aber jedenfalls zu kurz kommen. Zwar werden die Partys in voller Fülle dargestellt und sind auch schön anzussehen, doch die wichtigen Szenen, die eigentlich starken Szenen des Films, (nämlich diese wenn man die bunte Glitzerwelt verlässt und einen Blick ins Innerste der Protaginsten erhält), kommen dann viel zu kurz. Es ist schwierig emotional mit den Figuren mit zu fühlen, und das obgleich die schauspielerische Leistung brilliant ist.
Nicht für viele Schauspieler würde ich mich Sonntag morgens  aus dem Bett zwingen. Doch Leonardo DiCaprio ist einer der wenigen, dem diese Ehre zu Teil wird ;)
Dieser spielt gewohnt professionell, wunderbar und grandios. Ich liebe diesen Mann. Auch wenn die Rolle doch sehr undurchsichtig ist lässt mich Leo kein einziges Mal an diesem Charakter zweifeln.
Anders ist es allerdings bei Carey Mulligan. Ich kann nicht genau erklären was es ist, aber irgendwas stört mich an ihrem immer gleichen Blick. Sicherlich, sie soll auch ein bisschen naiv, ein bisschen unscheinbar rüberkommen. Aber irgendwann machte mich dieser Blick doch eher genervt. Und so wunderschön und ‚glänzend‘ wie sie dargestellt werden soll kommt sie somit für mich leider kein Einziges mal rüber.

Fazit

Alles in allem ist Gatsby ein toller Film.
Die Thematik des Filmes, Hoffnung zu haben, seine Träume zu leben, unerfüllte Liebe, all dies hat unglaublich viel Potential.
Die Bilderkraft wirkt, die Schauspieler überzeugen, der Soundtrack fasziniert (besonders gut Jay-Z & Kanye West - No church in the wild"). Doch Baz hätte an manchen Stellen mehr streichen sollen, um diese Minuten den Stellen zu schenken, die mehr Tiefe gebraucht hätten.
Die wirklich ergreifendenen emotionalen Höhepunkte bleiben leider aus. 

Für alle Fans von Moulin Rouge und Leonardo DiCaprio trotzdem ein
sehenswerter Film. 

Note: 2-

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