Filmkritik

{Kinofilm Kritik} "Paulette"

20:12

"Paulette"

Alles andere als ein nettes Großmütterchen
In der französischen Komödie "Paulette" wird eine Rentnerin zur Dealerin...
Die Story

Paris. Armutsviertel. Paulette (Bernadette Lafont) ist nicht gerade das, was man von einer älteren Dame und verwitweten Oma erwarten würde. Verbittert, egoistisch und rassistisch (sogar gegen ihr eigenes Enkelkind "Bimbo") wohnt Paulette nach dem Tod ihres Mannes alleine in einem heruntergekommenen Appartement im Pariser Armutsviertel. Sie passt genau ins Bild der wirtschaftlichen und politischen Lage dieser Gegend: trüb, kriminell, arm.

Ihr damals erfolgreiches Geschäft wurde von Asiaten übernommen und macht ihren Hass auf Ausländer nicht gerade kleiner.
Die Rente reicht ihr kaum zum Überleben, und als dann auch noch ihr kostbares Hab und Gut gepfändet wird muss sie sich etwas Neues einfallen lassen, um ihr Leben finanzieren zu können.
Durch einen Zufall landet bei einem von der Polizei verfolgten Deal etwas Hasch in ihrem Schoß, den Paulette – als ehemalige erfolgreiche Geschäftsfrau - in bares Geld umzusetzen weiß und ihr aus ihrer Armut verhelfen soll. Ein Katz und Maus Spiel zwischen ihr, der Polizei und den anderen Dealern der Stadt beginnt.



Die Analyse

Ich habe lange überlegt, was ich zu dem Film eigentlich sagen soll. Er war nicht schlecht. Er war aber auch nicht übermäßig besonders, wenn auch gut. Ein netter Sonntagabendfilm, der einem hier und da zum Schmunzeln bringt, aber mir sicherlich nicht auf Ewig im Gedächtnis bleiben wird.
„Paulette“ wird pfiffig erzählt und ist wirklich – unaufgedrängt – witzig. Hier und da muss man entsetzt auflachen, wenn die Protagonistin wieder einen rassistischen Spruch ablässt oder absolut trocken ihre Mitmenschen beleidigt.
Nicht zuletzt dank der Schauspielerin Bernadette Lafont ist einem die Hauptdarstellerin von der ersten Minute unsympathisch, schafft es aber sie im Laufe des Films zu einer Sympathieträgerin zu verwandeln.
Der Film gefällt aufgrund seines sarkastischen Humors. Mit abstruser Kombination – eine Oma wird zur Dealerin – schaffen die Macher es die traurige Wirklichkeit Frankreichs darzustellen ohne auf die Tränendrüse zu drücken.

Das Fazit

Wie ihr merkt ringe ich bei diesem Film etwas mit den Worten und fasse mich ungewohnt kurz. Ich möchte ihn keinesfalls schlecht machen - das ist er nämlich nicht - aber er hat mich einfach nicht vom Kinosessel gerissen.
"Paulette" ist eine süße, witzige Komödie, die ganz leicht erzählt wird und unterhaltsam ist. Für mich aber eben leider nicht mehr.

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