Filmkritik

{Kinofilm Kritik} "Was ist dein Verbrechen?" - "Indianer!"

20:12

"Was ist dein Verbrechen?" - "Indianer!"

In „Lone Ranger“ findet ein verrückter Indianer in einem treudoofen Ranger den Seelenwanderer

Die Story
Um nicht zu viel zu verraten mach ich es kurz:
John Reid (Armie Hammer) beschließt nach seinem Jurastudium zurück in die Heimat zu reißen, um dort neben seinem Bruder für Recht und Ordnung zu Sorgen.
Als sich Reid mit diesem und den anderen Texas Rangers auf die Suche nach einer besonders zwielichtigen Räuberbande macht, die von dem berüchtigten Bartholomew "Butch" Cavendish (William Fichtner) angeführt wird, geraten die Gesetzeshüter in einen Hinterhalt und der Bruder kommt ums Leben. Als der herzfressende Bösewicht dann auch noch die Geliebte entführt heißt es in typischer Western-Manier: Vergeltung.
Ein Glück, dass auch der Indianer Tonto (Johnny Depp) noch ein Hühnchen mit Cavendish zu rupfen hat und ihm bei seiner Suche unterstützt. 


Die Analyse
War ja klar, dass ich es mir nicht nehmen lassen würde den Film mit als erstes anzusehen. (Die Kritik folgt nur deswegen so spät, weil ich auf einer Hochzeit in Berlin war)
Schließlich bin ich seit meinem sechsten Lebensjahr, als Edward noch mit den Scheren klapperte, heimlich verliebt in Johnny Depp. (Ja, ich war als Kind immer in merkwürdige Gestalten aus Filmen verschossen, aber das ist eine andere Geschichte)
Ehrlich gesagt sprach mich der Trailer allerdings nicht wirklich an, die Medien schrieben auch nicht gut über den Film und ich ging mit einer nicht all zu hohen Erwartung in „Lone Ranger“.
Und ich muss sagen: Zum Glück gibt es Johnny Depp.

Jemand der Johnny Depp, seine ganz eigene Art zu spielen und seine Verrücktheit nicht mag, der wird den Film auch nicht mögen. Denn das ist es was den Film ausmacht. Ohne Johnny könnte man den Film dann doch wegkicken. Er ist es was den Film ausmacht. Sein Charakter als Tonto ist eigentlich das ganze Wesen „Lone Ranger“s. Und das wo der Charakter ursprünglich nur als Nebenfigur gedacht war.

Die erste Hälfte des Films fand ich sogar richtig gut. Er ist übertrieben. Witzig. Fast schon parodistisch. Als wäre Captain Jack Sparrow in einen wilden Westerstreifen versetzt worden – nur noch verrückter und natürlich ‚indianischer‘. (Was angesichts der Tatsache, dass der Regisseur ebenfalls Gore Verbinski ist, keine Überraschung ist)
Leider aber macht der Film zur Hälfte einen Knicks. Der Film versucht ernst zu werden und das gelingt ihm nicht richtig. Wobei es ein Thema ist, welches mich seit „Der mit dem Wolf tanzt“ schon ebenso lange fasziniert wie Johnny Depp: Die ‚Weißen‘, die aufgrund ihrer Gier über Leichen gehen und die Zukunft der Indianer somit in Stein meißeln. Ein ernstes und trauriges Thema, ein Thema über das es sich sicherlich zu schreiben lohnt, aber für den Film zu ernst ist. Viel zu ernst und unpassend.

So hinterlässt das Ende, obwohl man sich durchgehend amüsiert hat über den schrägen, übertriebenen Humor des verrückten Indianers, einen bitteren Beigeschmack.

Dank Johnny Depp werden die anderen Charaktere zu nicht unbedingt erwähnenswerten Nebencharakteren – und das wo es doch anfangs andersherum gedacht war. Außer William Fichtner dessen Make Up und Gestik absolut überzeugend ist wird mir keiner der Schauspieler durch ihr Talent in Erinnerung bleiben, wenn auch niemand schlecht gespielt hat.
Helena Bonham Carter, welche ich - wie sollte es als Tim Burton Fan anders sein - auch sehr gerne sehe, hat übrigens auch eine kleine Rolle.

Das Fazit
Eine Mischung aus „Fluch der Karibik“, „Der mit dem Wolf tanzt“ und „Der Schuh des Manitu“ – nur dass bei der „Schuh des Manitu“ der Humor durchgehend funktioniert. „Lone Ranger“ kann man nicht ernst nehmen, was auch okay wäre, wenn er nicht ab und zu versuchen würde ernst zu sein. Auch wenn das große Ganze nicht funktioniert: die einzelnen Teile können durchaus Spaß machen. Daher kann man sich meiner Meinung nach getrost von Johnny Depp – wenn auch übertrieben – unterhalten lassen. Denn für den Mann lohnt es sich dann doch immer wieder ;)

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