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Internationales Filmfestival Mannheim - meine persönliche Zusammenfassung

 So, der Post kommt ein bisschen verspätet, aber meine Woche war superstressig.
Aber besser spät als nie.

Wie einige vielleicht schon bei Twitter oder Instagram verfolgen konnten war ich einige Male auf dem Filmfestival Mannheim.
Hier möchte ich euch mal meine persönliche Zusammenfassungen zu den einzelnen Filmen geben, falls ihr die Möglichkeit habt einen davon noch irgendwie sehen zu können :)

Unser erster Film (Mit uns meine ich meinen Freund und mich)  Apple Stories.
Eine Dokumentation über das riesige Apple Imperium,  das nicht nur sehr erfolgreich ist, sondern auch extrem kostspielig für deren Anhänger.
Doch was steckt hinter dem Design? Fakt ist: Es ist nicht alles Gold was glänzt.
Die Produktionskosten eines Iphones werden auf knapp 150 € geschätzt, die Afrikaner, die für den im Produkt enthaltenen Erz arbeiten haben einen Monatslohn von knapp 30 €- und die Chinesen verdienen im Hauptwerk daran 400 € - monatlich.
Und moment: Hierbei bitte mal vor Augen führen, dass ein einzelnes Iphone 599€ kostet!
Noch dazu sind die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten unzumutbar.
Und dennoch: Apple hat Erfolg. So großen Erfolg sogar, dass die Apple Fans schon Tage vorher vor dem Applestore übernachten um das neuste Handy zu bekommen. Und das obwohl ihnen bewusst ist, dass Ersatzteile gar nicht zur freien Verfügung stehen.

Apple Stories zeigt das Imperium aus der Sicht der Arbeiter, der Handydoktoren und Fans. Doch geht der Film meiner Meinung nach sehr einseitig auf Apple ein.
Natürlich sind die Arbeitsbedingungen katastrophal, von Fairtrade ist da aufgarkeinenfall die Rede – doch das trifft auch auf andere Hersteller zu. Obgleich die anderen Anbieter ihre Smartphones dafür auch günstiger anbieten sind die Arbeitsbedingungen sicherlich auch bei diesen nicht besser.
Mich – als zugegebenermaßen Applehasser – hätte mehr interessiert. Das was man noch nicht weiß. Die wirkliche Geschichte über Apple und deren Erfolg – denn aufgrund der Gewichtung der einzelnen Themen der Doku hätte man den Film auch „Großkonzern Stories“ nennen können.
Sicherlich ein Thema über das man nachdenken sollte, dennoch würde ich den Film jetzt nicht zwangsläufig weiterempfehlen.

Der zweite Filme auf unserer Liste war „Pelmeni – the Dumping brothers“
Da mein Freund Russe ist war dieser Film natürlich Pflichtprogramm. Also die Schwiegereltern in Spe geschnappt und rein.
Vlad und Andrej sind nicht unbedingt die engsten Geschwister. Erst als ihr Vater stirbt und sie zu ihrer Mutter fahren, die ihnen das Erbe übergibt treffen die beiden wieder aufeinander. Als ihre Mutter nun krank wird beschließen die beiden sich um diese zu kümmern.
Diese wiederum macht ausgezeichnete Pelmeni (eine Art russische Maultasche) und tröstet sich mit dem durchgehenden backen dieser über den Tod ihres Mannes.
Die zwei Brüder müssen somit wieder mehr Zeit miteinander verbringen als ihnen lieb ist – denn irgendwo müssen die ganzen Pelmeni ja hin.
Eine zu schmunzeln bringende Komödie aus Russland, allerdings nicht 100% mein Fall, was wohl laut meinem Freund an den englischen Untertiteln lag. Manche russischen Redewendungen und Wortspiele lassen sich nur schwer übersetzen und können für einen ‚Ausländer‘ so wohl gar nicht witzig sein.
Meine lieben Russen jedenfalls haben sich köstlich amüsiert.
Ich fand ihn dann doch etwas zu übertrieben – ohne wirklich mal richtig loslachen zu müssen. Eine nette Unterhaltung war es dennoch und ganz abschreiben würde ich ihn daher nicht.

Am Mittwoch standen gleich zwei Filme auf dem Programm. Das Filmfestival wurde also, wie man sieht, zu einem richtigen Marathon. Was man nicht alles aus Liebe zum Film macht!
Zu erst war „InRealLife“ an der Reihe.
Eine Dokumentation über das Internetdasein und den Einfluss auf unsere (meiner und jüngeren) Generation.
Der Film ging auf verschiedene Aspekte ein, auch wenn natürlich Facebook ein sehr großes Thema war. Heutzutage ist es völlig normal Freunde über das Internet kennenzulernen. Und was für eine Rolle spielt das Internet in Bezug auf unser Sex- und Liebesleben bei unserem Heranwachsen? Auf das Internet kann man dank Smartphone überall zugreifen: Wie wichtig sind Handy und Internet für uns geworden?
Drei Teenager werden hierbei von Beeban Kidron begleitet – zusätzlich sieht man noch einige große Konzerne im Interview.
Ich fand den Film richtig, richtig gut. Ja, wir können es alle nicht mehr hören wie ‚gefährlich‘ und ‚bösartig‘ das Internet ist und dennoch gibt es einen völlig neuen Blick und zeigt auch Themen auf, an die man vorher vielleicht gar nicht so gedacht hat.
Ich war wirklich begeistert und der Film ist richtig, richtig gut gemacht, deswegen meine absolute Filmempfehlung an dieser Stelle!


Der darauf folgende Film „Le Torrent“ war allerdings nicht ganz so mein Fall, auch wenn die Bilder sehr schön waren.
François wächst bei seiner strenggläubigen, bösartigen und gewalttätigen Mutter auf, deren größtes Ziel es ist ihn zu einem Priester zu machen – und das mit sehr unliebevollen Erziehungsmethoden. Diese prägen nicht nur sein Wesen, sondern aufgrund eines Zwischenfalls auch seine Art zu Leben.
Der Film wird , wenn auch mit sehr schönen Bildern, doch sehr verwirrend erzählt. Teilweise verstand ich nicht, ob die gezeigte Szene jetzt eine Rückblende war oder doch eher eine Wahnvorstellung - das Ende war umso verwirrender. Es steckt zwar jede Menge Interpretationsspielraum dahinter dennoch hat "Le Torrent" mich einfach nur mit einem großen Fragezeichen zurückgelassen. Wunderbar aber fand ich, dass der Film so wenig Sprache brauchte und mit wunderschönen Bildern und Kameraaufnahmen beeindruckte.

Der letzte Film unseres Filmfestivalmarathons war „The Retrieval“ und war mein persönlicher Gewinner des Festivals.
Der junge Will und sein Onkel Marcus werden während des Bürgerkrieges von Kopfgeldjägern gezwungen einen gejagten Mann ausfindig zu machen und diesen gegen ihr Leben und ihre Freiheit  einzutauschen.
Will allerdings findet den gejagten Nate sympathisch und hat auf der Reise zurück immer mehr mit seinem Gewissen zu kämpfen.



Ein richtig guter Film. Sklavenfilme gibt es viele, doch dieser erzählt diese Thematik mal anders. Aus einer anderen Sicht. Ruhiger. Und mit der Thematik, dass ein Dunkelhäutiger einen anderen Dunkelhäutigen verraten und verkaufen muss. Es geht um viel mehr, als um die Sklavenhaltung zu dieser Zeit. Es geht um Gewissen, Freundschaft und das Erwachsenwerden.
Ein richtig guter Film – auch wenn der Dialekt äußert schwer zu verstehen ist und nur mit Untertiteln verständlich.

Gewinner des Filmfestivals wurde übrigens "MELAZA / MOLASSES von Carlos Lechuga, Kuba/Frankreich/Panama (2013)" der mir allerdings - leider - nichts sagt. Wie schön es wäre, wenn man die Zeit und das Geld hätte sich jeden Film anzusehen! Aber ich muss auch sagen, dass fünf Filme schon echt anstrengend waren. Auch wenn ich meinen Job liebe und Filme was Tolles sind! 

Wenn ihr also die Filme irgendwie und irgendwo sehen könnt: Reingehen. Echt mal was anderes!

Wer war auf dem Filmfestival? Und welche Filme habt ihr gesehen? 



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2 Kommentare

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