Filmkritik

{Kinofilm Kritik} 12 years a slave (Regie: Steve McQueen)

15:33

http://www.geekfore.com/
Die Oscarnominierungen sind bekannt gegeben und mit dem neuen Jahr stehen somit auch einige Filmstarts auf der Liste, die mein Freund und ich uns natürlich nicht entgehen lassen wollen.
Ich sag euch, da wird jetzt ein Marathon beginnen!

Angefangen haben wir mit 12 years a slave (den hätte ich aber auch ohne Oscarnominierung geguckt ;) )

Ja, Sklavenfilme gibt es viele. Es ist gar nicht so lange her, als ich über The Retrieval, welcher beim Filmfestival lief, berichtete.
Zwei Monate dann wieder ein Film über die Sklaverei - da kam ich nicht drum rum, die beiden Filme etwas miteinander zu vergleichen.
Aber von vorne.






Die Story

Solomon Northup (Chiwetel Ejiofor), ein freier schwarzer Mann aus Saratoga im Staat New York, wo die Sklaverei bereits verboten ist, wird völlig überraschend gekidnappt und nach Louisiana als Sklave verkauft. 
Über Nacht steht er aufeinmal ohne Kleidung, ohne seine Freiheit, ohne seine Familie da und muss letztendlich auch feststellen,dass er seine Bildung verstecken muss, um überleben zu können.
Nachdem sein erster Besitzer William Ford (Benedict Cumberbatch) ihn an Edwin Epps (Michael Fassbender) weitergeben muss, beginnt spätestens jetzt für Salomon, der ab sofort Pat genannt wird, der reinste Alptraum. Sein neuer Meister ist sadistisch und unberechenbar und hat es vor allem auf die leistungsstarke Patsey (Lupita Nyong’o) abgesehen. 
Zwölf furchtbare und von Gewalt geprägte Jahre beginnen.

Die Analyse

Zu erst einmal muss ich sagen, dass 12 years a slave aufjedenfall nichts für schwache Nerven ist.
Viele Szenen werden sehr langsam und in ruhigen Bildern erzählt, die lange auf einer Szene verharren- und dies leider oft auch in Situationen, in denen man gar nicht mehr länger hinblicken will, nicht länger Zeuge des Geschehens und der Grausamkeiten sein will.
Ich muss dazu sagen, ich hab bei Gewaltszenen ziemlich schwache Nerven.
Als ich damals das erste Mal "Clockwork Orange" sah wollte ich nach 15 Minuten ausschalten, weil mich die sadistische Gewalt richtig fertig machte. Irgendwelche Kriegsfilme, Schlachten etc. sind für mich nicht so schlimm, aber zu sehen wie ein Mensch genussvoll jemand anderen quält, da schnürt sich mir die Kehle zu.
Bei 12 years a Slave war dies zwar nicht ganz so schlimm, doch gegen Ende wäre ich dann doch auch am liebsten aus diesem Film raus gegangen. Schonungslos zeigt er uns wie es um 1841 zuging - und das wahrscheinlich doch noch viel harmloser als es tatsächlich war. 
Steve McQueen zwingt und hinzusehen, wahrzunehmen und zu verinnerlichen was dies bedeutete.
Noch dazu ist Michael Fassbender so überzeugend und mit seinem hasserfüllten Gesichtsausdruck so ekelerregend, dass ich ihm den sadistischen Master sofort abnehme.
Auch wenn ich der Meinung bin manche Szenen hätten ruhig etwas kürzer sein können, verfehlen diese Szenen dadurch natürlich nicht ihre Wirkung: Sie schockieren! Sie lassen absoluten Unglauben darüber zurück, wie grausam Menschen sein können.


http://diepresse.com/


Im direkten Vergleich zu "The Retrieval" welchen ich zwei Monate zuvor gesehen habe, geht es in diesen nun Voll und Ganz um die Sklaverei an sich. 
Der Film konfrontiert einen mit der Brutalität, macht traurig, treibt einem Tränen in die Augen,macht fassungslos.
Er geht mit der Brutalität wohl eher mit "Django" einher, ist dafür aber weniger lustig. 


Quelle: http://www.iofp.de/

Chiwetel Ejiofor spielt seine Hauptrolle sehr gut. Überzeugend. Lässt einen mitfühlen. Und dennoch hat mir etwas gefehlt. Das letzte kleine bisschen, um ihn den Oscar zu gönnen (sorry, aber ich bin da ganz klar für Leonardo DiCaprio).
Dafür aber jagen mir die Blicke von Lupita Nyong’o einen kalten Schauer über den Rücken.
Wahrscheinlich ist dies auch der Grund warum Chiwetel ein ganz klein bisschen weniger überzeugt - im Gegensatz zu ihr spielt er den Beobachter, der der seine Gefühle nicht wirklich zur Schau trägt und sich selbst so sehr verleugnet, aus Angst nicht zu überleben. 
So wie es fast alle Personen in dem Film machen. Zuschauen. Nicht eingreifen. Sich ihrem Schicksal fügen.

Kleiner 'witziger' Fact am Rande:
In Italien wurde mit Brad Pitt auf dem Poster geworben und das nicht gerade dezent.
Und das obgleich Brad Pitt eine Minirolle von - wenn überhaupt - 10 Minuten hat.
Tja, Filmposter mit Brad Pitt verkaufen sich eben gut. Ich finds amüsant, auch wenn die Tatsache, dass man mit einer solchen Größe werben muss um Aufmerksamkeit auf diesen Film zu erregen irgendwie sehr traurig ist. 





Fazit: 

12 years a slave war aufjedenfall ein sehr guter Film, der ans Herz geht und sprachlos macht. 
Und dennoch wird er wohl nicht auf meine Lieblingsfilmliste kommen.
An manchen stellen hätte weniger vielleicht einfach mehr sein können.

Note: 2+

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4 Kommentare

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