Filmkritik

{Kinofilm Kritik} Nebraska (Regie: Alexander Payne )

17:01

Weiter gehts mit dem Filmmarathon.
Ihr seht, ich komm mit den Kritiken kaum noch hinterher.
Nebraska ist neben The Wolf of Wall Street und 12 years a slave für den besten Film nominiert.

Die Story

Woody (Bruce Dern, auch nominiert für den besten Hauptdarsteller) will nach Nebraska. Und das weil er einen Brief erhalten hat, in dem er als möglicher Gewinner angeschrieben wird. Typischer Spam-Werbebrief eben. Doch Woody möchte seinen Kindern und seiner Frau zum Trotz nicht daran glauben und ist fest davon überzeugt 1.000.000 Dollar gewonnen zu haben.
Da Woody sich von seinem Vorhaben nach Nebraska zu gehen nicht abhalten lässt, beschließt sein Sohn David (Will Forte) mit ihm dorthin zu fahren.
So begeben sich der schon leicht senile Vater, mit dem wilden Haarflusen und sein Sohn auf einen doch sehr ungewöhnlichen Roadtrip, der zur Folge hat, dass auch 'alte Freunde' plötzlich Wind von der Millionen bekommen...


Die Kritik

Ich fand den Film richtig, richtig toll.
Nebraska wird mit einer solchen Leichtigkeit und Normalität erzählt, dass sich absolut jeder in diese Geschichte hinein versetzen kann. Er ist absolut nicht übertrieben, wird ruhig erzählt, ist authentisch gespielt und könnte eine Alltagsgeschichte eines jeden sein - und dennoch oder gerade deswegen berührt er und geht ans Herz.

Aber mal von Anfang an.
Bruce Dern ist absolut zu Recht für den Oscar als bester männlicher Hauptdarsteller nominiert. Wenn ihn Leo nicht bekommt, so bin ich stark für Bruce. Ich konnte gar nicht fassen, als ich nachgoogelte in welchen Filmen er schon mitgespielt hatte. Er ist gar nicht so ein seniler, depressiver alter Mann, wie er in den Film darstellt. (Ja, okay, würde dann vielleicht auch nicht mehr gehen, aber er spielt ihn echt gut!)
Er spielt den alten Hitzkopf absolut überzeugend und authentisch!

Auch seine Frau, die von June Squibb gespielt wird hat eine richtig coole Rolle und spielt diese richtig gut. (Bei der besten Nebendarstellerin liegt mein Favorit allerdings bei Lupita Nyong’o aus 12 Years a slave!)



Nach "The Descendents" und "About Schmidt" (beides übrigens sehr gute Filme. "Sideways" kenn ich bisher nicht) ist nun auch "Nebraska" von Alexander Payne ein Film mit sehr detaillierter Charakterentwicklung und Figurenpsychologie. Sie sind herausgearbeitet, haben Tiefe.
So trifft David, der ohnehin schon in krisenhafter Verfassung ist, auf seinen Gegenspieler und Vater, den er doch - zum Ärgernis seines Bruders und seiner Mutter, die diesen ins Heim stecken wollen - versucht noch das letzte Glück in seinem nicht mehr all zu langen Leben zu bieten.
Während der Reise - wie es meistens in Roadmovies ist - erfahren wir mehr über die Charaktere und ihre Beziehung zueinander.
Lange Szenen, hervorragende Schauspieler und sehr ruhige Erzähl-weise sagen so viel mehr als die ganzen (doch eher karg ausfallenden) Dialoge. (Meine Lieblingsszene ist hierbei wie die ganze männliche Familie im Wohnzimmer Fernseh schaut, es passiert nichts und sagt doch so viel!)
Alexander Payne hat nun definitiv einen Fan mehr!

Obgleich die Grundemotion des Films eher traurig und depressiv ist so findet er immer wieder die perfekte Ballance zwischen Komik und Tragik und stellt zeitgleich viele Fragen, die einen nachdenklich machen und sich selbst im Film wiederfinden lassen.



Ich saß ehrlich gesagt durchgehend da und dachte, dass ich niemals will, dass meine Eltern alt werden.
Auch wenn sich das natürlich nicht vermeiden lässt, wirft der Blick doch sehr mitfühlend einen Blick auf diesen Abschnitt des Lebens und man kommt um den Gedanken wahrscheinlich nicht drum rum.

Witzig fand ich auch das Thema des Films, welches hauptsächlich zur Komik beiträgt: Die Tatsache, dass immer dann die Leute zu einem kommen, wenn sie etwas wollen. Unwahrscheinliche Vorstellung? Mit Nichten. So ist der Traum von Reichtum doch auch immer verbunden mit Gier und Neid.

Die einzige Tatsache, die mich doch etwas verwunderte war die Tatsache, dass Payne beschloss seinen Film in Schwarz/weiß zu drehen. Natürlich stört dies absolut nicht, doch viele Szenen lassen die Schönheit der Natur zwar sehen aber nicht wirklich spürend.
Vielleicht war dies aber auch der Grund: Das Reduzieren auf das Eigentliche und Wichtige!

Das Fazit

Wie schon gesagt ist "Nebraska" mein bisher Favorit in der Kategorie "Bester Film".
Ein ruhiger, aber ergreifender Roadmovie, der sicherlich nicht für jeden etwas ist, aber voll meinen Geschmack getroffen hat. Die, die auch schon "The Descendents" und "About Schmidt" mochten werden diesen Film sicherlich genauso lieben wie ich!

Note: 1-


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2 Kommentare

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