Die Nuss

Meine liebe zu Blumentöpfen, Broten und anderen Deluxen Dingen

16:11

Der ein oder andere wird sofort wissen wovon ich rede, die anderen werden da sitzen und sich fragen, was diese Dinge denn bitte alle miteinander zu tun haben sollen.
Es handelt sich um meine spät entdeckte Liebe zu deutschem, guten und zu meist oldschool HipHop.
(sprich z.B. Blumentopf, Fettes Brot, Samy Deluxe)

Eigentlich war ich immer mehr so die Rockerin. Oder Punkerin. Oder alles, aber nur nicht HipHop.
Ich fand das ganz lange furchtbar lächerlich, wie die HipHopper und Rapper immer rumgehampelt sind - und so Rapper wie Sido und Bushido, die alle gar nicht cool genug sein konnten haben mir dann doch etwas die Lust am "Näher mit der Musik beschäftigen" genommen.
Klar gab es ein paar Lieder, die man kannte und die ich auch gut fand, aber die liebte ich nur still und heimlich.
Bis ich dann vor knapp 4-5 Jahren meinen jetzigen Exfreund kennen lernte. Für mich war dieser Typ - zu dem Zeitpunkt - der absolute Traum! Nur ein Manko hatte er: Er hörte HipHop. Oder man könnte sagen: Er lebte HipHop durch und durch. So kam ich nicht drum rum, wenn ich bei ihm war beispielsweise, ebenfalls die Musik zu hören, die er hörte - und irgendwie fand ich das dann doch gar nicht mal so schlecht.
Ich fing an mich näher mit den Künstlern zu 'beschäftigen' heißt: Ich hörte die ganzen alten Alben durch. Bis auf Samy Deluxe, den ich heimlich dann doch schon immer wegen seiner Texte liebte, hatte ich mich nie näher mit dem was 'gesungen' wurde beschäftigt. Als sich dann auch noch eine HipHopperin in meinen engsten Freundeskreis gesellte kam ich eh nicht mehr drum herum.  Und so stürzte ich mich regelrecht wochenlang in alte Alben von Public Enemy, Fettes Brot, Blumentopf, Samy natürlich, Casper, Fantastischen Vier, Marteria etc.etc.
Nur mit dem ganzen amerikanischen (bis auf Eminem) und neumodischem HipHop konnte ich mich nie anfreunden.

Manche von diesen Künstlern gefielen mir - auch nach Beziehungsende - dann noch so gut, dass sie zum täglichen Begleiter wurden. Ich hörte Blumentopf in der Bahn, Fettes Brot beim Joggen. Ich war wirklich, wirklich mehr als positiv überrascht. Die HipHop Welt hatte einen Fan mehr. (Natürlich hörte und höre ich die anderen Musikrichtungen immernoch wahnsinnig gerne - ich würde mich niemals als HipHopperin bezeichnen)

Langer Rede kurzer Sinn: Auch im etwas höheren Alter kann man seinen Musikgeschmack noch ändern und ich hörte HipHop. Besuchte dutzende HipHop Konzerte und fühlte mich in der Musik richtig wohl.
Nur ein Problem gab es: Meine nach Jahren entdeckte Liebe zu Fettes Brot ('JEIN' war eins der Lieder das ich schon zuvor heimlich geliebt hatte, zB) konnte ich nicht in einem Konzert gipfeln lassen.
Fettes Brot tourte nämlich nicht mehr. Boris hatte sich solo mit "Der König tanzt" auf Tour begeben und ich trauerte dem verpatzen Konzert hinterher.So strichen die Jahre ohne ein Fettes Brot Konzert ins Land ;)
An einem - sicherlich verregneten Tag im ... hm, sagen wir mal November? - flatterte eine Brieftaube in Form einer elektronischen Mail durch mein Fenster mit der freudigen Nachricht: Fettes Brot gehen wieder auf Tour.

Tickets sofort bestellt, beste Freundin mit der ich schon sicherlich insgesamt schon stundenlang zu Jein getanzt und abgefeiert hatte angerufen und los konnte es gehen.
Am Samstag war es dann soweit. Fettes Brot Konzert in Stuttgart!
Und ich kann nur so viel sagen: Es war richtig, richtig gut. Eine wundervolle Mischung aus neuen und alten Liedern und - zumindest da wo wir standen, aber sicherlich auch an anderen Stellen - ging die pure Party und es wurde getanzt und gesungen und das Konzert in vollen Zügen genossen.
Mich hat das Konzert aufjedenfall gefangen genommen und auch am nächsten Tag nicht mehr losgelassen.
Super sympathische Truppe und riesen Stimmung!


 



Die Rocker werden mich für meinen neu entdeckten dazugewonnen Musikgeschmack sicherlich hassen. Die HipHopper werden die Nase rümpfen und sagen, dass ich keine von denen bin, weil ich noch nicht mit HipHopBeats in der Milchflasche aufgewachsen bin. Ich hingegen höre kreuz und quer und liebe den Facettenreichtum, den die Musik zu bieten hat. Warum festlegen, wenn man sich die Musik unterschiedlich zur jeweiligen Stimmung aussuchen und anpassen kann?

Danke für diesen tollen, unvergesslichen Abend!



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4 Kommentare

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