Filmkritik

{Filmkritik} Saving Mr Banks (Regie: John Lee Hancock)

11:05


Auf diesen Film wartete ich auch schon mehrere Monate.
Ich weiß nicht wie oft ich damals mit meinen Eltern "Mary Poppins" geguckt habe, "Superkalifragilistischexpialigetisch" singend durch die Gegend gesprungen bin und von fliegenden Regenschirmen geträumt habe. Kurz: Ich war als Kind ein riesiger Mary Poppins Fan.
Und dann sollte die Geschichte dahinter - sozusagen das Making Off verfilmt werden.
Eins war klar: Den Film musste ich mir mit meiner Familie ansehen.



Der Film

Dass auch der mächtige Walt Disney (Tom Hanks) mal eine Abfuhr kassieren kann wird klar, als er der Autorin des Romans, P.L. Travers (Emma Thompson) die Filmrecht für "Mary Poppins" abkaufen will.
Nach Jahrelangen Verhandlungen ist es schließlich die Geldnot, die sie die Entscheidung treffen lässt nach Hollywood zu fliegen, um persönlich mit dem Produzenten über dessen Vorhaben zu sprechen. Dennoch ist sie weiterhin nicht bereit Kompromisse für die Adaption einzugehen und weigert sich vehement ein Musical aus ihrem Herzensstück zu machen. Mary Poppins ist für sie 'Familie' und man erfährt, Schritt für Schritt dass dies sehr persönlichen Gründe, die mit ihrem Vater Traver Godd (Colin Farrell) zu tun haben, hat. Dies ist auch der Grund, warum keine Idee gut genug ist und schon in ihrem Kern erschlagen wird. Sehr zum Leidwesen der ganzen Crew, die unter ihrer Art zu leiden hat....


Die Analyse

Zunächst einmal: Ja! Ich glaube man sollte Mary Poppins vorher gesehen haben.
Für meine Eltern und mich war der Film ein Fest, für meinen Freund und meine kleine Schwester, welche beide im Gegensatz zu mir nicht mit einem 'Löffelchen voll Zucker' aufgezogen wurden, war er zwar gut, aber nicht ganz so verständlich. Viele Witze und Anspielungen gingen komplett unter, was doch sehr schade war.

Quelle faz.net

Für mich - aus Filmemacher Sicht - war es spannend zu sehen welche Handlungen und welche Vergangenheit dazu führten, dass ein solches Meisterwerk entstand. Man fängt an zu verstehen, den Film noch etwas mehr ins Herz zu schließen, weil er nun erklärt wird.

Ein bisschen merkwürdig ist die Darstellung von Walt Disney. Ich hab schon viel über diesen Mann gelesen und ganz so sympathisch (Hallo?! Ist ja auch Tom Hanks!) wie er dort dargestellt wird scheint er dann doch nicht immer gewesen zu sein. Witzig ist die Tatsache, dass Disney sich sogar an das Zigarettenverbot hält und den an Lungenkrebs-Vestorbenen und Kettenrauchendenen Walt nie beim Rauchen zeigt - angedeutet wird es dennoch mehrere Male.
In "Saving Mr Banks" ist es nun eine andere Rolle, die anstelle von Walt Disney den unausstehlichen Part übernimmt: Mrs Travers.
Blenden wir aber diesen Gedanken aus - oder besser: wissen wir nichts über den Charakter von Disney, so ist die Geschichte sehr unterhaltsam.

screenrant.com
Das ein oder andere Mal retten die Rückblendungen die Gegenwart vor dem Kitsch und erzählen sehr aufwühlend - und mir die ein oder andere Träne entlockend - welche Schicksalsschläge dann doch die besten Geschichten erzählen. So wie es uns mein Professor an der Hochschule auch schon immer eingebläut hat: Eure innere Wunde erzählt die besten Geschichten.


Die Schauspieler (Tom Hanks, Emma Thomspon, Colin Farrell) spielen gut, aber nicht überragend. Allerdings fällt auch keiner negativ auf, was natürlich auch nicht schlecht ist ;)
Teilweise sind mir die Charaktere dann aber doch zu stereotypisch. Dies ist aber nicht die Schuld der Schauspieler, sondern die des Drehbuchs. So ist Mrs Travers einfach nur unzufrieden und ständig am nörgeln, Walt Disney der Gutmensch und Märchenonkel in Person und Colin Farrel mimt den besten Vater auf der ganzen Welt. So läuft der Film Gefahr oft überzogen und nicht wirklich wahrheitsgetreu zu wirken - und das bei einem Film mit wahrer Begebenheit.

screenrant.com

Das Fazit

Ich würde mal sagen: Für Mary Poppins Fans ist der Film aufjedenfall eine schöne Bereicherung und echt tolle Unterhaltung. Für alle anderen ist es wohl eher ein Feierabendfilm, den man auf Pro Sieben laufen lassen könnte, weil er jetzt auch nicht sonderlich überragend oder neuartig ist.
Mich hat der Film aber - in kindlichen Erinnerungen schwelgend - glücklich gemacht. Und das ist doch die Hauptsache! ;-)

Note: 2-



You Might Also Like

0 Kommentare

Subscribe and Follow

Follow on Bloglovin Blogverzeichnis

Social Media