Dies und Das

{Gedanken } Hassliebe zur medialen Welt

17:10

Ein Post, der mir schon längeren im Kopf schwirrt und welchen ich heute endlich 'zu Blogpapier' bringen will.
Sicherlich werden sich hier einige wieder finden - denn man liebt ja all das was uns die mediale Welt zu bieten hat: Immer fortgeschrittenere Technik, Internet, Highspeedvolumen... und doch ist da immer dieser bitter Beigeschmack, der es nicht so einfach macht alles in vollen Zügen zu genießen.



Im Durchschnitt schauen die Deutschen mindestens einmal jede Stunde auf ihr Handy.
Wenn man mittlerweile mit Freunden einen Kaffee (für mich einen Kaba) trinken geht, dann sieht man oft Grüppchen, die sich mehr mit ihrem Blutdiamanten-Elektrogerät beschäftigen als mit ihrem Gegenüber. Eine ziemlich traurige Tatsache.


Mittlerweile siehst du schon jedes Kind mit Smartphone in der Hosentasche (wenn es da denn drin bleibt) - MIR wurde das mit 15 noch von meinen Eltern verboten (okay, klar, kein Smartphone, sondern ein Handy) !!!!
Geht es hier tatsächlich noch um die Sicherheit des Kindes?






Und mal ganz ehrlich: Manchmal wünsch ich mir die Zeit zurück in der es noch keine Handys gab.
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mir nicht allzu viel daraus mache. Ich kann auch ohne aus dem Haus gehen - ist das zu fassen? Und dennoch ist es natürlich wahnsinnig praktisch - es ist Zeitvertreib in der Bahn, Organizer, digitales Gedächtnis - und als Selbstständiger nun mal ein Muss.

Genauso ist es mit sozialen Netzwerken und Plattformen. Okay, ich gebe zu: gebloggt habe ich eigentlich schon seit ich einen Internetanschluss besitze, aber dieses ganze Facebook, Twitter, Instagram war mir immer etwas suspekt.
Ehrlich gesagt kam mir auch nie wirklich der Sinn dahinter zum Vorschein. Warum posten irgendwelche 14 Jährige Teenies tausend Bilder von sich selbst und belegen diese mit 1000enden von Hashtags? Wenn mir irgendjemand erklären kann, was sie von 2000 Likes und 500000 Followern haben, dann erklärt es mir bitte.
Nun ja, aber dann kam mir meine Selbstständigkeit dazwischen - und jeder Marketing Berater wird euch genau diese Worte sagen: Man kommt nicht drum rum und wenn doch macht man sich das Leben wahnsinnig schwer!
Also hab ich mich damit auseinander gesetzt - und ja, irgendwie macht es ja doch Spaß.
Doch wie viel Daten gibt man Preis? Was sollte man in die riesige Datenbank einpflegen, was nie wieder gelöscht und über den ganzen Erdball verteilt werden kann?
Wie schmal ist der Grad zwischen "Ich präsentiere euch einen Teil aus meinem Leben" und "Ich gebe dem Internet mein Leben in die Hände"?

Am allermeisten stört mich mittlerweile eigentlich die Vernetzung der ganzen großen Konzerne. Google und Facebook ganz vorne. Es ist als würden sie nach und nach in medialer Form die Weltherrschaft an sich reißen. Werden diese Daten wirklich nur werbetechnisch genutzt oder was wird mit dieser Anhäufung von Abertausenden persönlichen Dingen angestellt?
Irgendwann musste man seine Videos mit seinen Suchen verknüpfen (Youtube Kanal mit Google) und seine persönlichen Status mit unseren Telefonbücher, Nachrichten, Bilder auf dem Handy. (Facebook übernimmt Whatsapp, Topthema im Moment).
Ich bin ehrlich gesagt sofort aus Whatsapp raus. Egal wieviel sie schon von mir wissen, egal ob ich damit meiner Vernetzung entgehe oder nicht - mir war es wichtig als Einzelperson ein Zeichen zu setzen. Dieser medialen Macht den Rücken zuzuwenden.

Und als ob das alles noch nicht genug wäre: Schaut was das alles aus vielen von uns macht.
Man chattet lieber ein paar Stunden, als sich persönlich zu sehen, zu spüren. Absagen, Kündigungen, Schluss machen - das alles fällt leichter in schriftlicher Form, als persönlich dem anderen ins Gesicht zu sagen, was und warum. Klar, zum einen ist das Lügen so viel einfach, zum anderen müsste man da etwas über die Lippen bringen, was einem eventuell nicht einfach über die Lippen geht. Aber ganz ehrlich: den Respekt gegenüber anderen Leuten sollte man auch durch die fortschreitende Technik nicht verlieren. Und ja, mir sind sogar schon alle drei Dinge widerfahren und ich hätte mir ein persönliches Gespräch gewünscht, gerade deswegen weiß ich wie sich so etwas anfühlt. Mir ist klar, warum die Leute das gemacht haben. Weil sie Schisser sind. ;) Das trifft es ganz simpel. Aber als Gegenüber ist man es wert eine Aussprache zu bekommen und zu hören, dass es dem anderen Leid tut, da man etwas wert ist.

Und auch wenn man im Cafe sitzt: da sollte das Handy vielleicht mal wegbleiben. Das soll ganz angeblich gar nicht weh tun. Und das Handy sollte nur gezückt werden, wenn ihr die Nummern tauschen wollt um ein baldiges Treffen zu vereinbaren ;) Und solltet ihr tatsächlich einen wichtigen Anruf verpassen: ruft zurück! Die wenigsten Dinge können nicht eine Stunde später auch noch geklärt werden.


Natürlich hat das alles seine Vorzüge - ihr findet sie zwischen den Zeilen - aber eigentlich macht mir das alles viel mehr Sorgen als Freude und das musste einfach mal raus, auch wenn man es nicht mehr hören kann.

PS: Selten haben meine Bilder weniger zu meinem Post gepasst. Aber vielleicht bewegen sie ja dazu, mal die Technik aus der Hand zu legen und die Augen auf etwas anderes zu richten. Sehr paradox, wenn man bedenkt, dass ich mit der Technik vor den Augen rumrenne, um besser sehen zu können, nicht? ;)

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