Die Nuss

Vom loslassen III | Abschließen

13:45

Part I
Part II

Ich hatte mal wieder ganz vergessen den dritten Teil freizuschalten.
Da ist er nun! 

Vom loslassen III | Abschließen 


... Dass ich mich von meinem Vater nie wirklich geliebt gefühlt habe mag für den ein oder anderen sicherlich etwas melodramatisch klingen. Im Grunde wusste ich immer, dass er mich auf eine bestimmte Weise sicher liebt, er zeigte es eben nicht bzw anders. Doch mit seinem "Anders" kam ich eben einfach nicht so gut klar und ich begriff, dass ich Vieles von diesem Gefühl auf mein Leben übertrug.
Die Angst keine Liebe zu bekommen oder abgewiesen zu werden, trieb mich dazu schwer loslassen zu können. Keinen anderen fehlende Liebe, Aufmerksamkeit, Mühe schenken zu wollen, sondern ihnen das Gefühl zu geben: Egal wie mies du mich behandelst - ich bin da.

Ich kann euch nicht genau sagen, was letztendlich das entscheidende Ereignis war, aber ich merkte, dass ich loslassen musste, um glücklich zu sein. Ich war es nämlich lange Zeit nicht.
Ich lernte, und ja, das brauchte auch einen Lernprozess und Kraft, öfter mal Nein zu sagen.
Meldete mich nicht mehr bei jedem regelmäßig oder rannte immer wieder einem Treffen hinterher. Terrorisierte nicht mehr jeden mit Mails und "Wie gehts dir denn? :) ". Natürlich mach ich das auch heute noch. Viele Menschen kann und will ich (noch) nicht gehen lassen. Aber ich Begriff, dass es nichts brachte sich an die Personen zu klammern, denen du nicht genauso viel wert bist.
Viele Freundschaften zerbrachen letztendlich daran, dass ich es nicht mehr allen recht machte und meinen eigenen Weg ging. Mich nicht bis aufs letzte Hemd auszog, weil es die anderen von mir erwarteten. Die Freunde, die mich dies machen ließen, weil ich es wollte und nicht weil ich es für sie musste, sind geblieben. Und ich merke, dass wenige, wahre Freundschaften sehr viel wertvoller sind, als diejenigen, die dir eh nie was zurückgegeben haben. Dich nicht aufgefangen haben, wenn es dir schlecht ging, sondern nur deine Hilfe benötigten, wenn es umgekehrt war.
Die deine Selbstständigkeit auch begriffen und verstanden und einfach froh waren, wenn du denn Zeit hattest.

Ich begriff, dass ich auch im Job mehr aussieben musste. Mich nicht mehr auf jedes Jobangebot stürzen sollte, nur weil es den Geldbeutel füllen sollte. Wenn man sich monatelang noch mit den Auftraggebern oder Kunden herumärgern muss, weil die Chemie einfach nicht gepasst hat oder sich sofort der Magen zusammen zieht, wenn man sich an einen bestimmten Job erinnert, dann war das kein Geld der Welt wert.

Und um beim persönlichen zu bleiben: Übrigens habe ich mittlerweile auch keinen Kontakt mehr zu meinem Vater. Es sind ein paar Dinge vorgefallen, die ich in der Öffentlichkeit gar nicht weiter erwähnen möchte, aber ich hab begriffen, dass es mir nicht gut tut mich an etwas oder jemanden zu klammern, wovon man keine Liebe zurückbekommt. Das war wohl mit der härteste Schritt, und klar, so ganz loslassen kann einen das nicht.
Menschen, die man liebt, denen räumt man immer und immer wieder Chancen ein. Doch nach ein paar Stichen sollte man merken, dass Menschen sich eben auch nur schwer ändern. Und bevor es einen fertig macht, sollte man sich davon trennen.

Ich würde jedem empfehlen in diesem Fall öfter mal ehrlich zu sich selbst zu sein. Zu reflektieren. Ursachen zu finden, daran zu arbeiten. Das ist nicht immer einfach. Besonders nicht sich selbst Dinge einzugestehen, Fehler.

Aber es macht aus dir einen befreiten Menschen.
Weil man so befreiter Leben kann.
Und man sich das selbst eben schuldig ist.

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