Filmkritik

Filmkritik: Die Insel der besonderen Kinder

18:18

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie sehr und wie lange ich mich auf diesen Film gefreut habe. Ich hab mich jetzt über ein Jahr immer wieder mit den neusten Bildern, Making Ofs und Hintergrundinfos dieses Films füttern lassen und war schon vorher sooo aufgeregt, wie er denn werden würde - denn alle Infos, Trailer, Bilder versprachen eins: Das dies mal wieder ein richtig typischer Tim Burton Film werden würde.
Am Mittwoch war ich direkt in der Preview und jetzt ist es soweit - ein schöner Anlass, um nach Ewigkeiten mal wieder eine Filmkritik zu schreiben!!!

Zur Story



Jake Portman (Asa Butterfield) ist ein Außenseiter. Er scheint keine Freunde in der Schule zu haben und aufgrund der Tatsache, dass er die magischen Geschichten aus der Vergangenheit seines Großvater Abraham (Terence Stamp) lange Zeit geglaubt hat, wird er von seinen Mitschülern verspottet. 

Laut dieser Geschichten verbrachte dieser - nach seiner Flucht aus Polen - im zweiten Weltkrieg seine Kindheit im Kinderheim. Ein ganz besonderes Kinderheim, für besondere Kinder, mit besonderen Fähigkeiten. 
Dieses wird von Miss Peregrine (Eva Green) geleitet, deren Aufgabe es ist die Kinder vor den Monstern zu schützen, die diese umbringen und deren Augen essen wollen. 

Dann geschieht es: Jakes Großvater stirbt unter sehr mysteriösen Umständen. 
Der 16-jährige findet diesen - mit leeren Augenhöhlen hinter seinem Haus. Ein Raubtier heißt es, doch Jake glaubt etwas nicht menschliches gesehen zu haben. Mit der Erlaubnis seiner Eltern und Anraten seiner Therapeutin beschließt Jake die Insel und das Kinderheim aufzusuchen.
Dort erwarten ihn wundersame Kinder, die unter anderem fliegen können oder aber auch unsichtbar sind - und in der Zeitschleife des 3. September 1943 gefangen ... 


Die Kritik

Zu erst einmal: Wurden meine Erwartungen erfüllt? Erwartete mich ein typischer Tim Burton? Ohja, und zwar sowas von!
Wie ein kleines Kind saß ich im Kino und bekam ganz große Augen, freute mich über jede Parallele, die ich zu seinen bisherigen Filmen finden konnte. Ich bin mir sicher: Selbst denen unter euch, die nicht ganz so Tim Burton verrückt sind wie ich, wird einiges bekannt vorkommen. 
Da wäre zB wieder die altbekannte Story, des Außenseiters, der eigentlich gar keiner sein müsste, sondern etwas ganz besonderes ist, wie Burton es so gerne aufgreift. Und ich liebe das!
Seine Art (auch) Kindern mit auf den Weg zu geben, dass diejenigen, die vielleicht nicht so gepresst in diese Gesellschaft reinpassen wie andere, die die sich ewig ausgeschlossen fühlen, dafür aber in der Lage sind wundervolle, fantasievolle Dinge zu sehen. Dinge, die anderen ewig verborgen sein werden. Das fasziniert mich jedes Mal wieder aufs Neue. Und ja, ich fühle mich angesprochen.

Fans von Nightmare before Christmas und Big Fish, werden, so wie auch ich, voll und ganz auf ihre Kosten kommen, denn Gemeinsamkeiten sind unübersehbar! 
(Da wäre zum Beispiel der Großvater, der die Geschichten seiner Jugend erzählt, aber der Sohn, der diese nicht glaubt. Oder die Bösewichter, die aussehen, als wären sie vor Nightmare before Christmas Weihnachtsmann geflohen! Mal vom typischen idyllischem Vorstadtwechsel zur gruftigen, Fantasielandschaft abgesehen wie wir sie beispielsweise aus Edward mit den Scherenhänden kennen...  Außerdem gefreut hab ich mich sehr über eine Szene, in der man einer der Kinder  - Enoch - in typischer Frankensteinmanier Gegegenstände zum Leben erwecken sieht. Ebenso ein gern aufgegriffenes Mittel in seinen Filmen. Dem ein oder anderen könnten die Figuren auch bekannt vorkommen ;-) ) 


Tim Burton ist sogar selbst einen kurzen Moment im Film zu sehen - Fangirl Moment sag ich da nur ;-) 

Alles in allem würde ich aber natürlich auch nicht Tim Burton Fans diesen Film empfehlen. Ein wahnsinniger Augenschmaus, bezauberndes Meisterwerk mit wunderschönen, fantasievollen Bildern.
Oft war ich mir nicht sicher, ob ich diesen Film noch als Kinderfilm einstufen würde, da er doch extrem unheimlich und aufgrund des Zeitraums Zweiter Weltkrieg auch sehr düster ist. Dennoch ist er zweifelsohne für Kinder gemacht worden, was man an Humor und Erzählweise deutlich spürt. Und ganz ehrlich: wenn ich an meine Kindheit zurück denke, hat mich das ja auch nicht abgeschreckt. 
Doch es ist die Melancholie, das was Kinderaugen nicht unbedingt sehen, was mich an diesem Film so sehr berührt. Das Wissen, dass die Kinder in der Zeitschleife des zweiten Weltkriegs gefangen sind, die immer und immer wieder auch dazu beiträgt, dass sie den Tag nochmal und nochmal erleben müssen, als eine Bombe ihr Haus zu zerstören droht. 

Die Schauspieler sind allesamt wunderbar besetzt. Immer ein bisschen zur gewollten Übertreibung neigend wirken sie aber absolut passend in ihren Rollen. Es hat einfach etwas magisches, jeder Charakter für sich hat eine Melancholie, Emotion, etwas verzauberndes.
Allen voran natürlich Hauptdarsteller Asa Butterfield (Hugo Cabret), aber auch Eva Green und Samuel Jackson, die in ihren Zauberhaften Rollen einfach nur aufgehen. Sie schaffen den typisch Burtonischen Sprung zwischen skurril, witzig und angsteinflösend, gruselig bis streng einfach nur perfekt. (Jetzt wird mir auch klar woher die Gerüchte kamen, das Burton Mary Poppins verfilmt!) 


Was ich vielleicht dazu sagen sollte ist: Ich habe das Buch, auf dem der Film basiert, nie gelesen. Ich habe allerdings mitbekommen, dass die Kritik, die gegen den Film geht, hauptsächlich von den Fans der Bücher ausgeht, weil er wohl ziemlich viel umgeschmissen hat - Charaktere gestrichen und ausgetauscht. Das wundert mich ehrlich gesagt gar nicht, denn der Film trägt so viel Tim Burton in sich, dass ich gar nicht wüsste, welche Autor das vorher hätte so schreiben sollen. Deswegen muss ich mich von dem Buch distanzieren und kann diesen Film nur ohne diese Vorkenntnis bewerten. 

Das Ende ist das einzige was mich am Film ein wenig stört und ein ganz klein bisschen dazu beiträgt nicht voller Begeisterung aus dem Kino zu stürmen und zu schreien, dass dies mein neuer Lieblingsfilm ist. Es wird zu schnell erzählt, und das wo er sich mit dem Rest des Films doch so viel Zeit lässt. Alles in Allem, macht dies dem Film dennoch keinen Abbruch. Denn allein die Skelettarmee (ich fühlte mich an Mars Attacks und "Jason and the Argonauts" erinnert :D ) entschädigt das alles wieder. 


Ich denke ihr merkt: Ich bin mehr als begeistert von diesem Film und möchte ihn euch allen nur ans Herz legen! Fantasiefilm-Fans kommen definitiv auf ihre Kosten! 

Fazit: Ein Muss für Fantasy Film Gucker - und ehm - Tim Burton Liebhaber sowieso. Hust.

Note? Na 1 natürlich! 


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