Die Nuss

Genervt von Ignoranz und falschen Werten

13:40




... da sag ich euch vor kurzem man soll sich nicht so viel mit dem Negativen beschäftigen, und dann kommt so ein Post. Aber ich bin derzeit irgendwie extrem genervt von der Foto Community. Social Media Community. Den Influencern. Möchtegern Influencern.
Und warum? Weil sie sich alle selbst so wichtig nehmen. Oder besser: Weil sie sich selbst das Wichtigste sind oder die Art, wie sie auf andere wirken.
Mich macht es einfach so unglaublich traurig.

Wenn ich derzeit durch meine Social Media Kanäle scrolle beschleicht mich das Gefühl, dass nur noch wichtig ist, was man selbst besitzt, was man Abgefahrenes macht, wie geil man selbst doch ist und mit wem man sich umgibt. (Wobei letzteres übrigens gerade in der Fotocommunity ganz extrem ist und ich mich immer wieder frage, was XY so Tolles gemacht hat, dass man unbedingt ein Selfie mit ihm braucht. Bei der Photokina vor einigen Wochen/Monaten hatte ich das Gefühl, dass es gar nicht mehr um den Inhalt geht, der dort vermittelt wird, sondern viel mehr darum, einen Selfie Marathon hinter sich zu bringen. Panini Heft Photokina.
Wenn mir einer dieses Phänomen erklären kann, dann bitte her damit. )
Es langweilt mich. Ganz ehrlich: Mir ist es egal, was ich derzeit zu sehen bekomme, da ist nur noch wenig Interessantes dabei - zwischen dem tausendsten Unboxing oder dem neusten #ootd Foto. Willkommene Abwechslung dazu ist vielleicht gerade noch zu zeigen, wie gesund man isst und wieviel Sport man gerade gemacht hat? Was für 1 aufregendem Life. Warum zum Teufel ist das so wichtig geworden?

Eigentlich würde ich gern sagen: Was soll's.
Lass sie doch machen.
Aber es macht mich viel zu traurig. Wütend.
Die wirklich wichtigen Dinge finden dafür nämlich absolut gar keine Beachtung.
Die Welt geht immer mehr zu Grunde. Um uns Herum herrschen Naturkatastrophen. Die Politiker setzen einen verrückten Plan nach dem anderen durch, ohne dass die Masse es mitbekommt oder sich damit auseinandersetzt. (Von den Wahlen der letzten Monate möchte ich gar nicht anfangen)
Es ist uns wichtiger geworden immer mehr und mehr zu besitzen - und anschließend natürlich auch zu präsentieren.
Auch wenn wir die Natur dafür ausbeuten, es ist uns egal, hauptsache wir können das neuste und zugleich zwanzigste iPhone -die anderen fein säuberlich auf dem Iphone Spiderapp Scheiterhaufen aufgebaut- auf Instagram posten.

Wir legen so viel Wert darauf die Veranstaltungen der Leute mit 'Rang und Namen' zu besuchen, statt uns mit wichtigen Dingen auseinandersetzen. Und sei es nur einfach mal rauszugehen und Fotos zu MACHEN statt einfach nur darüber zu REDEN. Wir posten jeden Tag einen Haufen gequirrlte Scheiße, das neuste "Must Have", statt auf Kampagnen, Demonstrationen, Unterschriftensammlungen oder Spenden aufmerksam zu machen. Statt dass wir unsere Reichweite nutzen, um Aufklärung zu betreiben.
Man spricht täglich über seine Seite mit mehreren hundert Personen, bezieht aber keine Stellung zur Afd, weil man ja Follower verlieren könnte.
Ich kann es einfach nicht nachvollziehen.
Und dann kommt so ein kleiner Pups wie ich und schreit in die Menge, schreit sich die Seele aus dem Leib, geht aber in der Flut unter - ich fühle mich als würde ich in Tokyo an einer grünen Ampel stehen.

Um nochmal Bezug auf meinen letzten Post zu nehmen, in dem ich sage, dass man sich nicht nur mit Negativen beschäftigen soll: Ja, das trifft auch hier zu - denn sich ständig mit dem schlechten Dingen der Welt zu beschäftigen kann einen auf Dauer krank machen. Es lässt uns die Hoffnung aufgeben, missmutig auf die Menschheit blicken, ja. Aber hin und wieder muss man eben einfach für das Gute in der Welt einstehen. Und ich kann nicht nachvollziehen, dass gerade die ganzen Influencer und wie sie sich alle nennen mögen, ihre Reichweite nicht dafür ausnutzen. Denn wenn wir alle an einem Strang ziehen würden, was unternehmen würden, dann könnten wir wirklich etwas erreichen.

Ich würde mir wünschen, dass wichtige Dinge auch wichtiger werden.
Dass die Leute, die sich für gute Dinge einsetzen nicht mehr der Minderheit angehören.
Dass man nicht nur an sich selbst denkt und seinen Wert nicht von Likes abhängig macht (was heutzutage ja tatsächlich wie Währung gehandelt wird!)

Denn letztendlich stehen in der Wertepyramide doch Familie, Freunde und Gesundheit an oberster Stelle. Der Rest sind nur Zuckerstückchen, die ganz schön hässlich auf Dauer machen können.

By the way, ich lass den Post mal mit einem Lied von Cro ausklingen, das mir gerade beim schreiben in den Kopf kam. Es trifft nicht genau den Kontext, den ich oben beschreibe, kommt doch aber sehr an eine ähnliche Kernaussage ran.
Die falschen Dinge wichtig nehmen, statt den Moment zu genießen. Und ich füge hinzu: ihn auch zu retten.

....
Bilder stammen aus einem Shooting mit 
Model: NinArt
Make Up Artist: Lotus Stylistix
Assistenz: Marcel Kübler 
Sie haben so gut gepasst, dass ich sie hier nutzen wollte. Es wird aber nochmal einen gesonderten Beitrag mit Making Ofs geben :-) 

You Might Also Like

0 Kommentare

Subscribe and Follow

Follow on Bloglovin Blogverzeichnis

Social Media